Übungen mit Sportbändern helfen bei Spannungskopfschmerzen

Übungen mit Sportbändern helfen bei Spannungskopfschmerzen

Aus: physiopraxis 5/18, Seite 14

 

Spannungskopfschmerzen

Krafttraining und Haltungskorrektur nahezu gleich effektiv

 

930.219 Menschen bekamen im Jahr 2015 die Diagnose Spannungskopfschmerz.

Statista, 2018

Forscher der Universität Kopenhagen untersuchten, ob ein Krafttraining der Schulter-Nacken-Muskulatur bei Patienten mit Spannungskopfschmerz gegenüber therapeutischen Tipps zur Verbesserung der Ergonomie samt Haltungskorrektur überlegen ist. Die Autoren begründen ihre Untersuchung damit, dass bisherige Studien zeigen: Krafttraining ist bei Nackenschmerzen effektiv, und Nackenschmerzen sind häufig mit Spannungskopfschmerzen assoziiert. Ziel der Studie war es herauszufinden, wie sich beide Therapieansätze auf die Häufigkeit und Dauer der Kopfschmerzen auswirken.

Für die Untersuchung teilten die Autoren 60 Patienten mit Spannungskopfschmerzen, von denen 44 die Studie beendeten, einer Krafttrainings- und einer Kontrollgruppe zu. Die Krafttrainingsgruppe mit 23 Probanden trainierte 10 Wochen mit elastischen Widerstandsbändern. Die Kontrollgruppe mit 21 Patienten führte unter Anleitung ergonomische und posturale Korrekturen durch. Nach Ende der Therapie sowie nach 19-22 Wochen erhoben die Forscher die Kopfschmerzhäufigkeit und –dauer. Dabei hatte in der Krafttrainingsgruppe die Häufigkeit der Kopfschmerzen um 10 Prozent abgenommen. In der ergonomisch und postural geschulten Kontrollgruppe waren die Effekte signifikanter: Die Häufigkeit der Spannungskopfschmerzen war um 24 Prozent, die Dauer der Beschwerden um 27 Prozent geringer. Obwohl die Unterschiede zwischen den Gruppen deutlich seien, sind sie klinisch eher unbedeutend, so die Autoren. Sie empfehlen daher, beide Ansätze zu kombinieren, um Patienten mit Spannungskopfschmerzen möglichst erfolgreich zu therapieren.

 

Quelle: physiopraxis 5/18 (Georg Thieme Verlag KG), Seite 14